Großelterndienst Kinderschutzbund

Einblick in den “Großelterndienst”

„Sehr geehrte Frau Quade,

Gerne will ich über unsere Erfahrungen im Großelterndienst berichten. Als mein Mann und ich aus dem Berufsleben ausschieden, haben wir überlegt, unsere neu gewonnene Freizeit mit einer neuen Aufgabe zu füllen. Da wir noch keine Enkelkinder hatten, schien uns dieses Ehrenamt sehr sinnvoll. Es war von Anfang an klar, dass wir zusammen tätig werden wollten. Eines Tages rief die Koordinatorin an, um uns eine Familie mit 10 Monate alten Drillingen vorzustellen. Wir besuchten gemeinsam die Familie, und uns beiden war gleich klar, dass sie dringend unsere Unterstützung brauchte. Die eigenen Großeltern leben nicht in Deutschland.

Von dem Zeitpunkt an besuchen wir die Kinder jede Woche. In den ersten Monaten gingen wir mit ihnen spazieren, d.h. mein Mann schob den Dreier-Kinderwagen, was recht anstrengend war, und ich allein sicher nicht geschafft hätte. Danach spielten wir mit ihnen zu Hause, lasen Geschichten vor, malten usw.. Wir begleiteten die Mutter auch zu Arztbesuchen, Vorsorgeterminen etc., denn mit drei kleinen Kindern sind auch das Mammutaufgaben. Die Kinder wurden uns immer vertrauter, und auch die Beziehung zu den Eltern ist von Sympathie geprägt. Anders könnte dieses Ehrenamt auch nicht funktionieren. Mit der Zeit wurde unser Radius größer: wir holten die Kinder in Absprache mit den Eltern einmal in der Woche an der Kita ab, um einen Spielplatz zu besuchen oder zu uns zu fahren. Mit dem Eintritt in die Kita arbeitet auch die Mutter wieder in Vollzeit. Mittlerweile bringt ein Elternteil die Kinder zu uns. Meist gehen wir zunächst spazieren, ein Eis oder eine Waffel essen und sind anschließend bei uns zum Spielen, bei schönem Wetter im Garten oder halt im Haus. Nach ca. 2,5 Stunden werden die Kinder von den Eltern abgeholt. Im nächsten Monat werden sie sechs Jahre alt und im Sommer eingeschult. Seit der Corona-Krise haben wir die Kinder nicht mehr gesehen. Wir telefonieren regelmäßig mit ihrer Mutter. Zu Ostern werden wir ihnen unsere Geschenke vor die Haustür legen. Übrigens machen wir ihnen zum Geburtstag und zu Weihnachten natürlich auch Geschenke. Nach dem Schuleintritt werden wir – natürlich in Absprache mit den Eltern – wohl eine neue Art der “Großeltern -Betreuung ” finden. Die Kinder sind uns natürlich ans Herz gewachsen, und wir wollen sie auch in Zukunft in diesem Rahmen gerne weiter betreuen.“